TATTOO ETIQUETTE (KURZ)

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Tattoo Etiquette
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HINWEISE & ETIQUETTE AUSFÜHRLICH

Immer gilt:

 

v Viel mehr, als du wahrnimmst, ist Arbeitszeit für dein Tattoostudio bzw. deinen Artist. Auch E-Mails, Messenger-Nachrichten, Telefonate, … Insbesondere das Beratungsgespräch ist Arbeitszeit, auch wenn dir dieses nicht separat in Rechnung gestellt wird. Gleiches gilt für die Vorbereitungszeit, sowohl des Arbeitsplatzes und -materials, aber insbesondere auch deiner Tattoovorlage. Wertschätze daher bitte diese Zeit, auch wenn du sie nicht/kaum wahrnimmst, als wäre es deine eigene Arbeitszeit. Bedenke beim Kostenvoranschlag, dass diese Leistungen sich auch irgendwie indirekt wieder finden müssen.

 

v Das Tattoostudio ist kein Jahrmarkt, Basar oder Flohmarkt. Feilschen und Handeln ist nicht angemessen. Du machst das nicht im Restaurant, oder wenn du ein neues Smartphone kaufst. Erweise dem Tattoostudio den selben Respekt. Der Ansatz „Bro, mach mir das günstiger, ich komme ja wieder“ klappt so nicht. Das ist, als würdest du bei deiner Döner-Sechserkarte den gratis Döner als erstes wollen, weil du kommst ja noch fünf mal wieder. Zudem ist das Tattoogeschäft auch und vor allem ein Empfehlungs- und Stammkundengeschäft. Du solltest wieder kommen, weil du mit der Qualität der Arbeit zufrieden bist, nicht weil es anderswo teurer ist.

 

v Preise ergeben sich aus vielen Faktoren und am Ende des Tages möchte auch hier jeder davon leben können. Diese Faktoren sind nicht bei allen Studios/Artists genau gleich und somit gibt es auch mal Unterschiede. Generell solltest du, wenn du dich bei mehreren Studios informierst, einen guten Mittelwert als Gefühl bekommen, was wohl vmtl. ein angemessener Preis ist. Preise die zu deutlich nach oben oder auch unten abweichen, sollten dich hellhörig werden lassen und sie hinterfragen. Die Gründe können nachvollziehbar sein (Studiokosten, andere Vorstellung vom Umfang des Projekts, sehr starke Ausbuchung) oder auch eher unlauter (Überzogenes Selbstempfinden, Preiskampf, mindere Qualität = schneller fertig, …).  Sei wachsam, frage nach und vergleiche im Zweifelsfalle.

 

v Es sollte selbstverständlich sein, muss aber dennoch gesagt werden: Achte auf deine Körperhygiene und deinen Geruch. Insbesondere bei langen Tattoositzungen verbringt man viel Zeit auf engstem Raum und sowohl ein „langer Arbeitstag“ als auch die Knoblaucheinlage der letzten Mahlzeit stehlen sich allzu gern ins Rampenlicht.

 

v Sei höflich und respektvoll, so wie du auch möchtest, dass man dir begegnet. Solltest du nicht pünktlich sein können, so ist das üblicherweise kein Problem, allerdings ist es immer sinnvoll, Bescheid zu sagen, sobald du die Verzögerung bemerkst.

 

v Wenn du deinen Termin - ganz gleich, ob Beratung, Tattoositzung, oder Nachsorgetermin - nicht einhalten kannst: Sag bitte Bescheid. Erstens hilft dies, so zeitnah wie möglich einen Ausweichtermin zu finden. Zweitens ist es aber auch ein Zeichen dafür, dass du die Zeit deines Gegenübers respektierst. Je eher wir Bescheid wissen, desto besser können wir umplanen und den Slot ggf. neu vergeben. Je kurzfristiger die Absage, desto wahrscheinlicher wird es, dass deine Anzahlung ganz oder teilweise als Aufwandsentschädigung einbehalten werden muss.

 

v „Mein alter/anderer Tätowierer hat aber…[dies und das]“. Das mag ja sein, aber du bist nicht dort, sondern hier, also halte dich bitte entsprechend an das, wie es hier gehandhabt wird.

 

v Höre auf deinen Artist/dein Studio. Sei es, wenn es um die Pflege geht, aber auch schon, wenn es um Motivwahl, Größe und Platzierung geht. Wir haben lange Jahre Erfahrung und wissen üblicherweise, was „geht“/gut aussieht, und was man vielleicht lieber so nicht machen sollte. Wenn du unbedingt auf etwas bestehst, dann musst du damit rechnen, dass dein Tattoowunsch gänzlich abgelehnt wird, oder zumindest nicht optimal wird – jedenfalls in den Augen dessen, der das Tattoo sticht. Wir geben uns immer die größte Mühe, aber wider besseres Wissen handeln führt selten zum bestmöglichen Ergebnis.

 

v Fühl dich nicht eingeschüchtert, Fragen zu stellen oder Wünsche/Ideen zu äußern. Wir wissen viel, aber nicht alles und sind gerne offen, uns mit neuen Gedanken auseinander zu setzen. Manchmal kommt man einfach nicht auf bestimmte Ideen, manchmal ist man vielleicht „Betriebsblind“.

 

 

Vor dem/zum Beratungsgespräch:

 

v Versuche dich möglichst umfassend mit deiner Idee/deinem Wunschmotiv auseinander zu setzen und dir möglichst klar darüber zu sein, was und wo es hin soll. Die Zeit, während der Beratung herauszuarbeiten, was dir alles nicht gefällt/nicht zu dir passt/womit du nichts verbindest, haben wir leider nicht.

 

 

v Sieh dich gut um, was die Qualität der Arbeiten deines Wunschstudios/Wunschartists angeht, und ob diese/r überhaupt den Stil anbietet, den du gerne hättest. Mitunter werden auch Sachen in exzellenter Qualität gemacht, auch wenn damit nicht explizit geworben wird. Generell kannst du aber davon ausgehen, dass die Arbeiten, mit denen sich jemand präsentiert, das abbilden was er/sie am Besten und am Liebsten macht.

 

v Unpersönliche „Massen-Mails“/“Massen-Nachrichten“, die erkennen lassen, dass du sie wie Spam an viele Studios/Artists schickst, um den günstigsten Preis zu erfahren, à la „was kostest [Internet-Screenshot hier] bei dir?“ ohne Anrede oder Ähnliches erwecken keinen guten Ersteindruck. Du sollst zu mir/uns kommen, weil dir die Qualität, der Stil, die Arbeitsweise etc. Gefallen – nicht, weil es am billigsten ist.

 

v Sei ehrlich, was ggf. vorliegende Erkrankungen o.Ä. angeht. Nur so können wir dir die bestmögliche Zuwendung zuteil werden lassen. Auch ist es für die Tattooartists immer besonders gefährlich, sich ggf. mit etwas anzustecken, da wir den engsten Kontakt zu den Kunden haben und stets die latente Gefahr besteht, sich zu stechen. Wenn du ehrlich bist, findet sich auch eine Lösung und niemand führt sich hinters Licht geführt oder wird unwissentlich gefährdet.

 

v Inbesondere die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie gefährlich und auch arbeitskraftraubend Krankheitserreger sein können. Wenn du ernsthaft krank bist, dann sag bitte ab, sonst laufen wir Gefahr, dass das ganze Studio flach liegt. Dies gilt natürlich für Termine jeglicher Art.

 

v Sollte Corona oder eine ähnliche Pandemie-Situation erneut aufflammen/sich entwickeln, dann halte dich diskussionsfrei an die von uns/über uns verordneten Auflagen. Nichts davon passiert aus Spaß, sondern weil es sein muss.

 

v Bestimmte Medikamente haben Auswirkungen auf das Tätowieren. Sprich also frühzeitig mit deinem Artist/deinem Studio darüber, um was es sich handelt und ob dies ggf. ein Problem darstellt. So können wir gemeinsam herausfinden, wie damit am Besten umzugehen ist.

 

v Habe ein Ausweisdokument dabei. Es ist möglich, dass wir die Volljährigkeit nachprüfen müssen.

 

v Sag Bescheid, wenn dies dein erstes Tattoo ist. Gerne wirst du ausführlicher aufgeklärt und bei den einzelnen Schritten des Prozesses and die Hand genommen, damit du dich gut aufgehoben und informiert fühlst.

 

 

Vor dem/zum Tattootermin:

 

v Rasur: Es kann sinnvoll sein, die betreffende Stelle im Vorfeld zu rasieren. Sprich hier auf jeden Fall mit deinem Artist. In aller Regel ist es am Besten, die Stelle großflächig, aber nicht glatt zu rasieren. Also auf 1 mm stutzen ist meist besser als gänzlich nass rasieren. Somit läufst du weniger Gefahr, Hautirritationen, Pickel oder gar Cuts zu verursachen.

 

v Halte deine Haut möglichst „feucht“ und geschmeidig, lass deine Haut also nicht austrocknen.

 

v Trage passende Kleidung, bzw. habe solche dabei. Es gibt immer die Möglichkeit, sich umzuziehen. Versuche dir im Vorfeld zu überlegen, ob die Kleidung sinnvoll ist, damit dein Artist gut an die zu tätowierende Stelle heran kommt. Bedenke auch, dass es immer passieren kann, dass deine Kleidung (ggf. irreparabel) verschmutzt wird. Wenn du dir nicht sicher bist, dann frage einfach nach, was man dir rät. Trage vor allem nicht zu enge Kleidung, so dass keine Abdrücke/Striemen auf der Haut entstehen. Das kann für das Aufbringen des Stencils hinderlich sein.

 

v Pflegeprodukte kannst du dir, wenn es sich einrichten lässt, schon vor deinem Tattootermin besorgen. Je nachdem, wann dein Termin beginnt, wie aufwändig das Projekt ist und wie lange dementsprechend der Termin wird, kann es gut sein, dass du am selben Tag nichts mehr bekommst. Zum Wochenende kann es sogar noch düsterer werden bzw. du musst ggf. nach Notapotheken suchen. Erkundige dich im Tattoostudio, ob es hier ggf. Pflegeprodukte zum Verkauf gibt, bzw., welche Produkte empfohlen werden.

 

v Versuche möglichst frisch, ausgeschlafen und stressfrei anzukommen. Sollte sich bei dir etwas verzögern, dann sag Bescheid, aber stresse dich nicht. In aller Regel sind die Termine mit Puffer getimed und eine ruhige, entspannte, mentale Gefühlslage hilft dir auch beim tätowiert werden am Ehesten weiter.

 

v Bring genügend Zeit nach hinten raus mit. Solltest du an dem Tag nicht „open end“ können, teile uns dies bitte frühestmöglich mit. Es kann sich immer mal etwas verzögern, jede/r hat seine eigene Philosophie und Geschwindigkeit und unter Stress sollte kein Tattoo entstehen.

 

v Komm, wenn möglich, nicht ganz auf „nüchternen Magen“/hungrig zu deinem Tattootermin, also ohne an dem Tag schon etwas gegessen zu haben. Komm aber auch nicht frisch vom Schlemmermahl vollgefressen. Beides ist nicht optimal für die Strapazen, die das tätowieren deinem Körper zufügt.

 

v Habe möglichst etwa zu trinken, ggf. etwas gesüßtes wie Cola oder Energy Drink dabei und ggf. auch einen Schokoriegel oder Vergleichbares. Im Laufe des Tätowierens kann dein Kreislauf gerne mal nach unten gehen und das kann oftmals mit etwas Zuckerzufuhr kompensiert werden.

 

v Kein Alkohol. Keine Drogen. Keine „bewusstseinsverändernden“ Medikamente.

 

v Wenn dir etwas unklar oder gar unangenehm ist: Sag es und wir finden sicherlich eine Lösung dafür.

 

 

Nach dem Tattoo:

 

v Hör gut zu, lies dir die Pflegehinweise durch und behandle dein Tattoo entsprechend. Solltest du bereits ausreichend Erfahrung mit deinem persönlichen Heilverhalten haben, steht es dir natürlich frei, von den Hinweisen abzuweichen. Sei dir aber bewusst, dass ab jetzt nur noch du und dein (Pflege-)Verhalten für die letztendliche Qualität deines abgeheilten Tattoos verantwortlich sind. Es liegt also in deinem besten Interesse, das nicht schleifen zu lassen. Unsere Pflegehinweise sind Keine Gebotstafeln, entstammen aber langjähriger Erfahrung und sollen dir als unser bestmöglicher Rat dienen. Natürlich sind wir aber immer offen dafür, auch hier neues zu lernen. Sei es über neue Pflegeprodukte, Verfahrensweisen oder generelle Erkenntnisse. Fühl dich also gerne frei, Fragen zu stellen oder auch Anregungen zu geben.

 

v Bleibe auch selber „am Ball“, was ein späteres Anschauen des Tattoos durch dein Tattoostudio angeht, um nach der Abheilphase festzustellen, ob man ggf. nochmal ran muss. Sinnvollerweise sollte dies in einem zeitlichen Rahmen von vier bis acht Wochen nach deinem abschließenden Tattootermin stattfinden.

 

v Es ist auch schön, - wenn mit dem Tattoo alles i.O. ist, und man nichts nachstechen muss -, wenn dein Tattoostudio, bzw. dein Artist, die Möglichkeit bekommt, Bilder vom abgeheilten Tattoo zu machen.

 

v Wenn du dich deutlich nach o.g. Zeitfenster erst meldest, weil du das Gefühl hast, es müsse doch noch etwas nachgestochen werden, dann habe bitte Verständnis dafür, dass dir hier ggf. nochmals Extrakosten entstehen. Generell gilt: je länger die Abschlusssitzung her ist, desto wahrscheinlicher bzw. höher die voraussichtlichen Kosten für‘s Nachstechen. Arm solltest du davon aber in keinem Falle werden.

 

v Prüfe die Tattoovorlage und das letztendlich aufgebrachte Stencil (den „Stempel“ der Tattoovorlage auf deiner Haut) so genau, wie es dir möglich ist. Frage gerne nach, sollte etwas unklar sein. Vor allem, wenn es um Text geht, ist es sehr wichtig, nochmals geprüft zu haben, ob alles richtig geschrieben ist. Dies gilt explizit, wenn es sich um eine fremde Sprache oder ggf. sogar fremde Schriftzeichen für den Tätowierer handelt. Hier liegt die letztliche Verantwortung – und auch das Ausbaden, wenn es schief geht – ganz und gar bei dir als Kunden.